Der "Literarische Flohmarkt" wurde 1996 vom Grazer Autor Franz Hofer gegründet. Nach dessen Tod im Herbst 2011 wurde der Flohmarkt von der Schriftstellerin Mag.a Eva Schwinger in Betreuung übernommen; daher auch die Bezeichnung 2.0.

 

Der Flohmarkt bildet eine offene Lesebühne, d. h. jede/r kann ohne Anmeldung kommen und lesen, wenn sie / er dies wünscht. Es bedarf dazu keiner Referenzen oder sonstiger Voraussetzungen. Nach dem Vortrag wird der Text versteigert, wenn es von der Autorin / dem Autor gewünscht wird. Das ist eine pfiffige Idee, die ich schon alleine aus diesem Grunde unterstütze. Wer will, führt hier zusätzlich Insidergespräche oder knüpft weiterführende Kontakte, wer nicht, bescheidet sich eben mit acht oder zehn Minuten Training seines Vortrages bzw. seines Umganges mit der Öffentlichkeit.

 

Zudem handelt es sich um eine rein private Initiative, die vom Engagement einiger weniger literarisch aktiver Menschen lebt und nicht von öffentlicher Förderung. In diesem Sinne ist für mich der Flohmarkt der Beweis, dass literarisches Leben nicht nur vom Tropf der öffentlichen Förderungen abhängt (obwohl dieser der Sache freilich ungemein förderlich ist).

 

Der Flohmarkt setzt die Maxime: "Literatur für alle" auf originelle Weise um und repräsentiert damit einen egalitären Zugang zur Welt des geschrieben Wortes. Das ist keineswegs selbstverständlich. Es gibt sogar Menschen, die sich lediglich aufgrund des Umstandes, dass sie literarisch schreiben, einer privilegierten Minderheit zugehörig fühlen. Darin gibt sich eine elitäre Grundeinstellung zu erkennen, die ich weder teile, geschweige denn untersütze.

 

Der Gesetzgeber hat durch das Rechtsinstitut des Eigen- oder Selbstverlages jedem Menschen das prinzipielle und unmittelbare Recht zugesprochen, eigene Texte an die Öffentlichkeit zu bringen. Ganz im Gegensatz dazu finden wir die literarische Szene in der Praxis hochgradig elitär organisiert. Eine Handvoll Kritiker/-innen und Lektoren bzw. Lektorinnen wachen als "Hüter der Schwelle" eisern über ihr Torhütermonopol zur Literatur. Wer zu ihnen keinen Zugang hat, schafft es nicht, sich literarisch zu artikulieren. Unter diesen misslichen Rahmenbedingungen fördere ich als erklärter Vertreter des Grundsatzes: "Literatur für alle" möglichst viele einschlägigen Initiativen, so auch den Flohmarkt 2.0.

 

Der Webauftritt des Literaturflohmarktes 2.0:

 

Salcheron